Bert Hellinger zur „Dunklen Nacht des Geistes"...

Veröffentlicht auf von Andreas Schaller

Sie überkommt dich, du kannst sie nicht üben. Sie ist in den Schriften der Mystiker beschrieben, vor allem bei Johannes vom Kreuz. Er hat sie im Detail beschrieben. Sie bedeutet, dass alles, auf das du dich vorher verlassen konntest, zerbricht Dein Glauben zerbricht, deine Erfolge zerbrechen.

 

Du verlierst den Boden. Und dein Wissen zerbricht. Daher bewirkt die dunkle Nacht eine tief gehende Reinigung, eine Läuterung. Während der dunklen Nacht lässt du ab von deiner Hoffnung auf Gott und von deiner Erwartung auf Lohn oder Tröstung. Das ist alles vorbei. Und du lässt ab vom Streben nach Erfolg in jeder Hinsicht, vor allem vom Streben nach Erfolgen spiritueller Natur. Daher sind viele von denen, die eine bestimmte Spiritualität anbieten oder dafür werben, nicht durch die dunkle Nacht gegangen. Wer durch die dunkle Nacht gegangen ist, hat auch die Spiritualität hinter sich gelassen.

 

Doch wenn du durch die dunkle Nacht gegangen bist, hast du Klarheit gewonnen, große Klarheit. Geheimnisse dürfen dann Geheimnisse bleiben. Du machst keinen Versuch, sie zu lüften und sie zu verstehen. Wenn du durch die dunkle Nacht gegangen bist, kannst du genau unterscheiden, was hilfreich ist und was nicht, und das ohne Anstrengung. Und so wird die dunkle Nacht nach einiger Zeit heil. Dann zeigt sich auch, dass das Gefühl der Leere, weiches die dunkle Nacht begleitet, genau das Gleiche wie das Gefühl von Fülle ist. Fülle fühlt sich an wie Leere.

 

 

"Der Kummer, der nicht spricht, nagt am Herzen, bis es bricht.“ William Shakespeare

 

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Veröffentlicht in Nachdenk-Tipps

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