Das Glück nicht übersehen...
Wenn wir unglücklich sind, meinen wir etwas Bestimmtes - nämlich das uns Unglücklich machende sei Realität. Somit richten wir unseren Fokus auf das, was uns unglücklich stimmt und nehmen dieses Etwas dementsprechend intensiv wahr. Dass alles andere ebenfalls da wäre - das Schöne, uns Beglückende - zeigt uns folgendes sehr spannende Doppelexperiment.
1999 Jahren sorgte Simons, gemeinsam mit seinem Kollegen Christopher Chabris, mit einem Experiment für Aufsehen, als er Probanden ein Video zeigte, in dem zwei Gruppen von Personen -eine in Weiß, die andere in Schwarz gekleidet - sich gegenseitig Basketbälle zuwerfen. Der Betrachter soll nun die Anzahl Weitergabe der Pässe zwischen den Mitgliedern der weißen Gruppe zählen.
Teste dich jetzt gleich selbst:
http://www.youtube.com/watch?v=vJG698U2Mvo&feature=player_embedded#!
Die Auswertung der Studie zeigte, dass etwa die Hälfte der Betrachter die Person im Gorillakostüm, die mitten durch das Bild und die Spielergruppen geht, übersehen, obwohl sich dieser "Gorilla" mehr als auffällig in der Bildmitte benimmt, bevor er - nach ganzen neun Sekunden! - wieder verschwindet.
Das Ergebnis des Experiments gilt als herausragendes Beispiel für "Blindheit durch Unaufmerksamkeit" oder "Unglücklich sein trotz vorhandenem Glückspotential" wie ich persönlich dieses Phänomen gerne nenne. Es beschreibt die Fähigkeit, das Glück zu übersehen, wenn man sich auf das Unglücklich sein konzentriert - obwohl es eigentlich sehr auffällig da ist, das Glück!